Führung ist kein Selbstzweck! Wozu also?

Von Sabine Walter

Führungsverantwortung zu übernehmen, wird von vielen Menschen als ein Karriereziel definiert. Sie wollen führen. Sie wollen Verantwortung übernehmen. Doch was heißt es, im Rahmen einer Führungsaufgabe Verantwortung zu übernehmen? Wofür und für wen? Als Executive Coaches, die Führungskräfte bei ihrer persönlichen Entwicklung und der ihrer Teams und Unternehmen begleiten, erläutern wir in diesem Artikel, was wir unter Führungsverantwortung verstehen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich der Bedeutung von „Führungsverantwortung“ zu nähern. Wir nehmen den Weg über die Sprache. Führungsverantwortung hat zwei Teile: „Führung“ und „Verantwortung“. Was bedeutet das eine Wort? Was das andere? Hier die Antworten:

Was bedeutet „Führung“?

Wir verstehen unter Führung das verantwortliche Leiten von Teams und Organisationen. Dazu gehört:

  • Ein Ziel vor Augen, den Weg beschreiten,
  • sich und andere vor Gefahren schützen,
  • den Mut haben, unbekannte Wege zu gehen,
  • das Bewusstsein haben, mit den vorhandenen Ressourcen so zu haushalten, dass das Ziel erreicht wird und noch „Kraftreserven“ bestehen.

Gute Führungskräfte unterscheiden sich von weniger guten Führungskräften dadurch, dass sie über einen inneren Kompass verfügen, der es ihnen erleichtert, attraktive Zielbilder zu entwickeln und den Weg auszuwählen, der am reichsten an Erfahrung und am Ressourcen schonendsten ist. Gute Führungskräfte suchen den Weg aus, dessen Etappen aufeinander aufbauen und auf den alle gern zurückblicken. Sie suchen das Ziel aus, das Kräfte mobilisiert und nicht vernichtet. Sie entscheiden sich für den Weg, der fordert, aber nicht überfordert und sie sorgen dafür, dass – um ein Bild des Radsports zu nutzen – jeder des Teams eine Weile im Windschatten fahren kann, bevor er wieder an die Spitze geht und die anderen mitzieht.

Was bedeutet „Verantwortung“?

In dem Führungskräfte so handeln, wie gerade beschrieben, tun sie eins: Sie übernehmen Verantwortung.

  • Verantwortung für die Zielerreichung,
  • Verantwortung für das „Gesund“-Erhalten des Teams,
  • Verantwortung für die Ressourcenschonung,
  • Verantwortung für Perspektivwechsel,
  • Verantwortung für neue Erfahrungen, Entwicklung und Wachstum.

Diese Führungskräfte machen noch etwas: Sie sind Teil des Teams.

Führung ist mehr als das Sprungbrett für die eigene Karriere

Verantwortungsvolle Führungskräfte, die Führung im Sinne seiner Bedeutung leben, nehmen den gleichen Weg wie ihr Team, verfolgen das gleiche Ziel – ohne hidden agenda -, erleben die gleiche Situation beim Beschreiten des Weges, sind Teil der Teamressourcen und stelle diese genau wie jeder andere der Zielerreichung zur Verfügung. Sie sind weder besser noch schneller. Sie haben weder mehr noch weniger zur Verfügung, sondern sind Teil eines Ganzen – eines Ganzen, das sich entwickelt.

Und das erleben wir in der Praxis oft anders. Führung wird oft zum Selbstzweck und ausschließlich als Sprungbrett für die eigene Karriere verstanden.

Wir arbeiten zunehmend mit Führungskräften zusammen, die genau an dieser Haltung etwas ändern und damit Vorbild für eine neue Führungsgeneration sein wollen. Sie führen, weil sie verinnerlicht haben, welche Verantwortung dazu gehört, ein Team, einen Bereich oder ein Unternehmen zu leiten. Sie führen mit Kopf und Herz. Sie haben Mut, sich zu hinterfragen und neue Wege zu gehen. Sie geben Fehler offen zu und sind neugierig, welche Ideen andere haben. Diese Führungskräfte sind die Führungskräfte der Zukunft!

Mit einigen von ihnen sprechen wir und stellen Sie in den kommenden Wochen und Monaten auf unserer Seite vor. Bleiben Sie dran!

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