Tot oder lebendig? Unternehmenswerte in Theorie und Praxis.

Von Sabine Walter

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Googelt man das Wort „Werte“ erhält man verschiedene Begriffsdefinitionen. Bei allen geht es im Kern um Qualitäten, Eigenschaften oder Merkmale, die Personen oder Dingen innewohnen. Definiert also ein Unternehmen Werte für sich, so sind das – per Definition – Eigenschaften, die das Handeln des Unternehmens im Allgemeinen und jeder Führungskraft und eines jeden Mitarbeiters im Konkreten sowohl im Inneren als auch im Äußeren beschreiben. 

Diese Unternehmenswerte werden oft in Workshops erarbeitet, auf der Webseite veröffentlicht und auf Hochglanzpapier gedruckt. Doch Papier ist ja bekanntlich geduldig. Deshalb rebelliert es auch nicht, wenn niedergeschriebene Unternehmenswerte mit Füßen getreten werden.

Bei Volkswagen beispielsweise haben weltweit Mitarbeiter im letzten Jahr in zahlreichen Workshops die sechs Werte erarbeitet, an denen sich die Marke orientieren möchte: Gemeinsam, mutig, kundennah, effizient, achtsam und aufrichtig. Bei Daimler gibt es einen Wertekompass, in dem Integrität Bestandteil ist. Auch bei der Deutschen Bank steht Integrität an erster Stelle bei den Unternehmenswerten. Bei Aldi Süd sind es Fairness, Vertrauen und Verantwortung.

Die Liste an wohlklingenden Wertekompassen, Ethik- und Verhaltensgrundsätzen ist lang. Die Liste mit Beispielen, die zeigen, dass diese Werte im Alltag kaum gelebt oder sogar missachtet werden, leider auch.

Warum ist es im Grundsatz wichtig, dass eine Organisation Werte definiert?

Werte sind handlungsleitend. In einer Organisation definieren sie die Grundlage für den Umgang miteinander, den Umgang mit Kunden und Geschäftspartnern. Werte definieren die Leitplanken für die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen. Sie geben eine Richtung wie sich das Unternehmen in der Branche und in der Gesellschaft verhalten möchte.

Werte helfen dabei, Mitarbeiter und Geschäftspartner zu finden, die zu der Organisation passen. Deshalb sollten Werte sowohl in Vorstellungsgesprächen als auch bei der Dienstleisterauswahl eine Rolle spielen.

Eine gemeinsame Werteschnittmenge lässt schneller Vertrauen entstehen. Eine gemeinsame Werteschnittmenge reduziert die Zeit, Entscheidungen zu treffen und minimiert Konflikte.

Zu beachten ist, dass es zwar eine Schnittmenge gemeinsamer Werte gibt, aber nicht alle Werte deckungsgleich sind, da sonst das Risiko der „Blindheit“ besteht.

Wie macht man Werte erlebbar?

Damit Werte tatsächlich gelebt werden, ist es wichtig, dass sie in erlebbares Verhalten überführt werden: intern im Team, extern mit Kunden und Dienstleistern.

Nehmen wir an, Sie haben für sich folgende Unternehmenswerte definiert: INTEGRITÄT, EINFACHHEIT, PRÄSENZ, INNOVATIONSKRAFTMit Hilfe einfacher Fragen können Sie diese abstrakten Werte in konkrete Handlungen, Prozess- und Produkteigenschaften überführen. Wir haben aus unserem Werteworkshop einige ausgewählte Fragen für Sie zusammengestellt:

  • Woran merken wir untereinander, dass wir diese Werte leben?
  • Wie sieht Integrität in unserem Team-Alltag aus?
  • Woran merken unsere Kunden und Geschäftspartner, dass wir integer sind?
  • Woran merken wir, dass wir in unserer Kommunikation präsent sind?
  • Woran merken unsere Kunden, dass wir präsent sind?
  • Was bedeutet Einfachheit im Umgang mit unseren Dienstleistern und Geschäftspartnern?
  • Wie genau können wir unsere Innovationskraft nutzen, um unsere Produkte, Prozesse und Services noch einfacher zu gestalten?

Werte bestimmen die Unternehmenskultur. Deshalb ist es elementar wichtig, dass sie von jedem, vor allem aber von Top-Management und Führungskräften gelebt werden. Denn auch hier sind Vorbilder gefragt!

Wenn Sie in Ihrem Unternehmen die Wertewüste zu neuem Leben erwecken möchten, begleiten wir diesen Prozess gern als Impulsgeber, Sparringpartner und Moderator.

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