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Wie Sie Konflikte lieben lernen.

von Sabine Walter

Widerstände in Transformationsprozessen lenken - Organisationsentwicklung | Executive Coaching

Wenn ich Sie fragen würde, ob Sie Konflikte mögen, würden Sie wahrscheinlich verneinen. Mit dieser Antwort wären Sie nicht allein. Der Wunsch nach Harmonie ist bei vielen von uns ausgeprägt.

Ich mag da mit meiner Einstellung zu Konflikten etwas aus der Rolle fallen. Ich will nicht sagen, dass ich Konflikte als Dauerzustand liebe - auch ich genieße die Zustand von Stabilität. Aber mir machen Konflikte keine Angst.

In diesem Newsletter möchte ich meine Sicht auf Konflikte mit Ihnen teilen und damit Inspiration schenken. Mögen Ihnen die Impulse bei kommenden Konflikten dienlich sein.

Keine Konflikte – kein Wandel.

Konflikte sind disruptiv. Sie zerstören Bestehendes: Vorstellungen und Ansichten, Strukturen und Systeme. Damit machen sie den Weg frei für Neues. Konflikte sind Motor und Ergebnis des Wandels.

Daher sind Konflikte immer Teil von Veränderungsprozessen. Sie sind Teil unserer Gesellschaft. Keine Konflikte. Kein Wandel. Sondern Stillstand. Starre. Verkrustung.

Stabilität ist Illusion. Konflikte sind.

Stabilität und Harmonie sind Illusion. Mit Stabilität wären wir als Menschheit nicht da, wo wir heute sind und würden uns auch nicht weiterentwickeln.

Konflikte sind.

Daher lassen Sie uns gemeinsam folgende Fragen eruieren:

  • Was braucht es, damit wir Konflikte als Normalität akzeptieren?
  • Wie gelingt es, Konflikte wertfrei zu betrachten, ohne sich mit ihnen identifizieren?
  • Wie können wir unsere Handlungsfähigkeit in Konflikten erhalten und zum Lenker von Konfliktenergien werden?
Was braucht es, damit wir Konflikte als Normalität akzeptieren?

Vielleicht hat mein Eingangsimpuls schon dazu beigetragen, dass sich Ihr Blick auf Konflikte wandeln konnte, und sie die Energie des Wandels und Fortschritts stärker in Konflikten wahrnehmen.

Vielleicht stehen Sie aber Konflikten immer noch skeptisch gegenüber. Dann lade ich Sie dazu ein, in folgende Situation gedanklich einzutauchen.

Situation

Sie stehen an einer viel befahrenen Straße und möchten diese überqueren. Vielleicht sind Sie auch in Eile und strengen sich an, die passende Lücke im Verkehr zu finden. Doch die Autokolonne reißt nicht ab.

Da sie nicht mehr länger warten wollen, machen Sie den ersten Schritt auf die Fahrbahn.

Mit welchem Gefühl machen Sie diesen Schritt? Mit Angst, Unsicherheit, Trotz oder vielleicht sogar Wut? Wo im Körper spüren Sie diese Gefühle? Schlägt Ihr Herz schneller? Schnürt sich Ihr Hals zu? Werden die Hände kalt und feucht? Halten Sie vielleicht kurz die Luft an?

Erfahrung

Das Auto das sich nähert, wird langsamer. Es bremst, auch die anderen Autos verringern ihre Geschwindigkeit, halten an, so dass Sie sicher über die Straße gelangen.

Sie sind erleichtert und haben ein Stück von der Angst verloren, auch eine viel befahrene Straße zu überqueren.

Je häufiger Sie diese Erfahrung machen, desto mehr Vertrauen gewinnen Sie in Ihre Fähigkeit, die Blechlawine zu stoppen.

Jetzt werden Sie sich fragen: "Was hat das mit Konflikten zu tun?"

Lassen Sie es mich erläutern:

  1. Sie haben die Entscheidung getroffen, eine gegebene Situation zu verändern.
  2. Sie wussten nicht, wie Ihr Umfeld – die Autofahrer – reagieren werden.
  3. Sie hatten den Mut, es dennoch zu tun, obwohl Ihre Gefühle und Körperempfindungen eher Alarmbereitschaft signalisiert haben.
  4. Sie haben eine Erfahrung gemacht, die anders war, als das, was Ihr Körper Ihnen signalisiert hat. Damit hat sich Ihr Handlungsspektrum erweitert.
  5. Sie haben erfahren, dass Sie der Situation nicht hilflos ausgeliefert sind, sondern diese aktiv verändern können und das Umfeld wohlwollend auf Sie reagiert. Damit haben Sie das Vertrauen in Ihre Gestaltungskraft gestärkt.
Handlungsfähigkeit erkennen, Gestaltungskraft stärken

Was hat sich durch die Erfahrung verändert?

Beim Überqueren der Straße stellen Sie sich nun nicht mehr die Frage: "Komme ich heil über die Straße?" sondern: "Wie komme ich das nächste Mal auch heil über die Straße?"

Gleiches gilt für Konflikte. Wenn Sie wissen, dass Sie Konfliktenergien souverän lenken können, verlieren Sie die Angst und können wertfrei auf die Situation schauen, diese analysieren und so handeln, dass Sie unverletzt die Situation überstehen.

Konflikte werden somit für Sie beherrschbar. Sie verlieren ihre negative Macht und können Teil der Normalität werden. 

Nachhaltige Konfliktlösung in Teams
Teams mit einer hohen Konfliktlösungskompetenz erkennt man darin, dass sie ein hohes Vertrauen zueinander haben. Sie haben das Vertrauen in sich als Team, den Konflikt zu lösen, und sie haben die Fähigkeit, erste Konfliktanzeichen zu erkennen, diese konstruktiv anzusprechen und in eine gemeinsame Lösung zu überführen. Der Prozess dahin braucht Zeit und sollte durch erfahrene Moderatoren begleitet werden.
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Wie gelingt es, Konflikte wertfrei zu betrachten, ohne sich mit ihnen zu identifizieren?

Um diese Frage zu beantworten, nehme ich Sie wieder mit an die befahrene Straße. Nur dieses Mal verläuft die Situation anders.

Erfahrung II

Der Fahrer des herannahenden Autos ist in Gedanken versunken, er bremst zu spät. Damit kommt das dahinter fahrende Auto nicht rechtzeitig zum Stillstand. Es kommt zu einem Auffahrunfall mit Blechschaden.

Auswirkung

Sie kommen zwar unverletzt über die Straße, entwickeln jedoch ein Gefühl der Schuld. Dieses Schuldgefühl wird Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit davon abhalten, ein nächstes Mal wieder so zu handeln.

Warum? Ihr System wird bewusst oder unbewusst die vergangene Situation ins Jetzt projizieren und suggerieren, dass sich der Ablauf genau so wiederholt.

Durch diese Projektion wird ihr Handlungsspektrum eingeschränkt. Ihr Verhalten beim Überqueren der Straße wird sich verändern. Unsicherheit nimmt zu.

Was können wir daraus für den Umgang mit Konflikten ableiten?

Schuldgefühle halten uns gefangen und schränken unsere wertfreie Wahrnehmung ein.

Wir alle haben in unserem Leben schon mehrach Konfliktsituationen erlebt, die uns mit einem bewussten oder unbewussten Schuldgefühl zurückgelassen haben.

Dieses Schuldgefühl sorgt dafür, dass die Erfahrung des Konfliktes immer noch präsent ist. Vielleicht wissen wir sogar noch, was genau wir in der jeweiligen Situation gesagt haben, wie der andere darauf reagiert hat und wie wir uns dabei gefühlt haben.

Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen sind Anzeichen dafür, dass wir mit dieser Situation immer noch identifiziert sind - sie also noch nicht endgültig verarbeitet und losgelassen haben.

Das wiederum führt dazu, dass wir Angst haben, erneut in eine solche Situation zu kommen. Daher vermeiden wir sie. Erwischt sie uns unerwartet, verlieren wir unsere Handlungsfähigkeit und sind der Situation ausgeliefert. Wir sind in einem Loop gefangen.

Vergebung als Schlüssel

Um aus diesem Konflikt-Loop herauszutreten und uns die Rolle als wertfreier Beobachter zu eröffnen, ist es wichtig, dass wir alte Konflikterfahrungen bewusst loslassen.

Dieses Loslassen gelingt mit Vergebung. Eine Möglichkeit für eine solche Vergebung ist das Hawaiianische Ritual "Ho'oponopono".

Wie können wir unsere Handlungsfähigkeit in Konflikten erhalten und zum Lenker von Konfliktenergien werden?

Neben den wohlwollenden Blick auf Konfliktsituationen, das Loslassen alter Konflikterfahrungen durch Vergebung hilft es noch, bestimmte Glaubenssätze zu transformieren, die unsere Handlungsfähigkeit in Konfliktsituationen einschränken und uns eher wieder in Schulderfahrungen werfen.

Zu diesen Glaubenssätzen gehören beispielsweise:

  • Ich darf nicht für mich einstehen.
  • Ich darf nicht streiten.
  • Ich darf meine Wut nicht zeigen.
  • Ich darf nicht kämpfen.
  • Ich muss freundlich sein.

Wenn Sie mit dem ein oder anderen Glaubenssatz davon in Resonanz gehen, Sie diese aber gern loslassen möchten, nutzen Sie Ihre Handlungsfähigkeit.

Entscheidungen sind kraftvolle Initialzündungen

Entscheiden Sie: "Ich betrachte diese Glaubenssätze als erfüllt und löse meine Identifikation aus ihnen."

In dem Moment, in dem Sie Ihre Identifikation aus Glaubenssätzen lösen, verlassen Sie auch deren Energiefeld. Damit werden Sie zum Lenker von Energien. Sie eröffnen sich damit die Chance, andere Konflikterfahrungen zu machen. Und wer weiß: Vielleicht lernen Sie sogar Konflikte lieben.

Persönliches Coaching – Ihr Raum für Weiterentwicklung

Wollen Sie intensiver an der Transformation von Glaubenssätzen arbeiten und damit Ihrer Persönlichkeitsentwicklung einen Boost verleihen, dann entscheiden Sie sich für ein Coaching.

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