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FÜHRUNG

Generationswechsel in mittelständischen Unternehmen

Von Sabine Walter

Der Mittelstand ist der Motor unserer deutschen Wirtschaft. Um so wichtiger ist es, dass der Generationenwechsel an der Spitze mittelständischer Unternehmen gelingt. Wir begleiten mittelständische Unternehmen darin, diesen personellen und damit einhergehenden kulturellen Wechsel zu gestalten und zum Erfolg zu führen. Je nach Größe, Alter und kultureller Prägung des Unternehmens sind die mit dem Wechsel verbundenen Veränderungen einschneidend. Deshalb ist viel Fingerspitzengefühl erforderlich, um in der Belegschaft und teilweise auch bei langjährigen Kooperationspartnern Akzeptanz für die anstehenden Veränderungen zu schaffen. In diesem Artikel teilen wir unsere Erfahrungen und arbeiten heraus, wie der geplante Generationswechsel gelingt.

Was ist beim Generationswechsel zu beachten?

Erfolgsfaktoren im Prozess

Rechtzeitige Planung

Der Übergangsprozess sollte rechtzeitig begonnen werden. Ich empfehle fünf Jahre im Voraus. Dies ermöglicht Ihnen eine gründliche Vorbereitung.

Ehrliche Kommunikation

Eine ehrliche Kommunikation zwischen allen am Generationswechsel Beteiligten ist unerlässlich. Erwartungen, Rollen und Verantwortlichkeiten sollten klar definiert und besprochen werden, um Entscheidungen zu ermöglichen, die Bestand haben.

Emotionale Klärung

Der Generationswechsel ist nicht nur ein geschäftlicher, sondern auch ein emotionaler Prozess, vor allem, wenn die Übergabe innerhalb der Familie erfolgt. Umso wichtiger ist es, genug Zeit für die Übergabe zu haben und diese durch einen erfahrenen Berater begleiten zu lassen. Beides nimmt Druck aus dem Prozess und öffnet Klärungsräume; auch für familiäre Konfliktsituationen.

Erfolgsfaktoren bei der Auswahl des Nachfolgers

Intrinsische Motivation

Vor allem in Unternehmen, in denen es Tradition ist, die Firma von der Eltern- auf die Kindergeneration zu übertragen, erlebe ich es immer wieder, dass die Eltern eine implizite Erwartungshaltung an die Kinder haben, die Firma weiterzuführen und die Kinder ein implizites Verantwortungsbewusstsein spüren, dieser Erwartung gerecht zu werden.

Allerdings ist es nicht für alle Kinder ihr Herzenswunsch, den Eltern nachzufolgen und nicht immer sind Persönlichkeit und Expertise dafür geeignet. Es ist daher nicht nur für den Erfolg des Prozesses sondern vor allem für den erfolgreichen Fortbestand des Unternehmens entscheidend, das die Kinder das Unternehmen weiterführen wollen.

Persönlichkeit

Die nachfolgende Generation sollte über die notwendige Unternehmerpersönlichkeit verfügen und eine eigene Vision von dem Unternehmen entwickeln. Ein Coaching hilft, die Persönlichkeit weiterzuentwickeln, bevor und während man die neue Rolle einnimmt.

Expertise

Neben einer fachlichen Expertise ist es aus meiner Sicht zwingend erforderlich, dass der nachfolgende Unternehmen Führungsexpertise hat oder entwickelt. Dabei helfen Coachings und Trainings sowie Job Shadowing.

Nötige Vorbereitungen im Unternehmen

„Altlasten“ bereinigen

Damit die nachfolgende Generation eine Möglichkeit hat, vertrauensvoll in die neue Aufgabe zu starten, sollte die Elterngeneration noch all die Konflikte klären oder all die Entscheidungen treffen, die ggf. über Jahre verschleppt wurden. Dazu zählt auch die Klärung von Konflikten auf Gesellschafter-, Beirats-, oder Geschäftsführerebene.

Verantwortung abgeben

In den meisten Fällen sind die Strukturen in Familienunternehmen auf den geschäftsführenden Gesellschafter zugeschnitten. In der Regel passen diese Strukturen jedoch nicht mehr zu der neuen Geschäftsführergeneration. Daher sollten Sie gemeinsam überlegen, wie Sie die Strukturen vor der Übergabe verändern, um das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen.

Führungsteam formieren, das zur neuen Generation passt

Parallel zur Weiterentwicklung der Strukturen ist es essenziell, dass auch das Führungsteam im Unternehmen zur neuen Generation passt. Nur dann ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich.

Warum sollten Sie diesen Prozess durch einen erfahrenen Berater begleiten lassen?

Die Begleitung des Übergabeprozesses durch einen erfahrenen Berater ermöglicht es Ihnen, den Generationswechsel strukturiert und reibungsloser zu gestalten:

Objektivität und Neutralität

Ein externer Berater bringt eine neutrale Perspektive ein und kann objektiv zwischen den verschiedenen Interessen der Beteiligten vermitteln und auch eine familiäre Konfliktklärung moderieren.

Erfahrung

Erfahrene Berater verfügen über umfangreiches Wissen und praktische Erfahrung in der Begleitung von Generationswechseln. Sie nutzen bewährte Methoden, um häufig auftretende Risiken zu vermeiden. Außerdem nutzen Sie Good Practices aus anderen Unternehmen und bringen diese in den Prozess ein. Sie als Unternehmer haben so die Möglichkeit, die eigene Unternehmenskultur, die Prozesse und Strukturen auf ein neues Qualitätsniveau zu entwickeln.

Strukturierter Übergabeprozess

Berater helfen Ihnen dabei, den Übergangsprozess systematisch zu gestalten. Sie stellen sicher, dass alle wichtigen Schritte berücksichtigt und zum angemessenen Zeitpunkt umgesetzt werden.

Risikominimierung

Durch die Expertise des Beraters können potenzielle Risiken frühzeitig identifiziert und geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um diese zu minimieren. Das betrifft vor allem schwelende Konfliktsituationen. Diese kann ein Berater als neutraler Dritter in der Regel besser erkennen und leichter adressieren. Dadurch eröffnen sich Klärungsräume.

Kontinuität nach der Übergabe

In der Regel begleitet ein externer Berater die nachfolgende Generation und das Unternehmen auch nach der Übergabe noch eine Weile, um sicherzustellen, dass die neue Geschäftsführergeneration vollumfänglich in ihre Rolle und Verantwortung gefunden hat.

Wie läuft der begleitete Prozess ab?

Ein begleiteter Generationswechsel erfolgt in fünf Phasen, die von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich lang dauern.

  1. Verstehen von Zielbild und Anforderungen
  2. Analyse der Ist-Situation
  3. Kennenlernen aller Beteiligter
  4. Entwicklung einer groben Roadmap inkl. definierter Maßnahmen
  5. Umsetzung der Roadmap

Entscheidend ist dabei eine gewisse Flexibilität. Denn, manche Übergabeprozesse dauern mehr als 5 Jahre. In dieser Zeit kann viel passieren, was im Übergabeprozess berücksichtigt werden muss.

An dieser Stelle möchte ich auch unterstreichen, dass ein externer Berater keineswegs mehr als 5 Jahre Vollzeit für Ihr Unternehmen tätig ist. Die Unterstützung erfolgt punktuell in dem vereinbarten Rahmen.

Haben Sie beim Lesen des Beitrags Impulse erhalten?

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